Requirements Engineering ist weit mehr als das Schreiben von Anforderungen.
Es ist die Kunst, Visionen greifbar zu machen, Missverständnisse zu verhindern und den Wert eines Produkts von Anfang an zu sichern.
Erstaunlich, aber wahr:
- Rund 70 % aller IT-Projektprobleme entstehen durch unklare oder fehlende Anforderungen.
- Jeder Euro, der in gutes Requirements Engineering investiert wird, spart im Schnitt 5 bis 10 Euro in späteren Projektphasen.
- Selbst in agilen Projekten zeigt sich: User Stories ohne Kontext sind keine Anforderungen.
Neu: Schulung im Requirement Engineering
Wer seine Kompetenz im Requirements Engineering gezielt aufbauen oder vertiefen möchte, hat jetzt die Gelegenheit dazu:
Unsere Schulung „Praxiskurs Requirements Engineering – bewährte Methoden und KI im Einsatz“ bietet praxisorientiertes Wissen aus erster Hand. Unter der Leitung von Dr. Frank Raiser lernen Sie, wie Sie Anforderungen effizient erheben, priorisieren und mit den strategischen Geschäftszielen verbinden ohne endlose Dokumentation, aber mit spürbarem Mehrwert für Teams und Projekte.
Dieser Praxiskurs vermittelt nicht nur theoretisches Wissen, sondern vor allem praktische Kompetenz, um Anforderungen im Projektalltag effektiv zu managen und den Projekterfolg langfristig zu sichern.
Was macht gutes Requirements Engineering heute aus?
- Verständnis statt Dokumentation: Es geht nicht darum, seitenweise Spezifikationen zu schreiben, sondern die richtigen Fragen zu stellen.
- Brücke zwischen Fach und Technik: Gute Requirements Engineers übersetzen Business-Ziele in präzise technische Anforderungen – sie sind die Dolmetscher der Digitalisierung.
- Change als Normalfall: In einer dynamischen Welt ist Requirements Engineering kein einmaliger Schritt, sondern ein kontinuierlicher Dialog.
Erfolgsfaktoren im Requirements Engineering
1. Organisation & Kommunikation
- Klare Zieldefinition: Gemeinsames Verständnis über Zweck, Nutzen und Grenzen des Projekts.
- Stakeholderanalyse: Alle relevanten Akteure identifizieren, Interessen erfassen, Konflikte früh lösen.
- Kontinuierliche Kommunikation: Regelmäßige Abstimmung, Workshops und Feedback-Schleifen.
- Änderungsmanagement: Definierter Prozess für Versionierung, Priorisierung und Nachverfolgung.
2. Strukturierte Anforderungserhebung & -beschreibung
- INVEST-Prinzipien: Anforderungen sollen unabhängig, verhandelbar, wertstiftend, abschätzbar, klein und testbar sein.
- Satzschablonen-Technik: Standardisierte Formulierungen („Als [Rolle] möchte ich [Ziel], um [Nutzen].“) erhöhen Verständlichkeit.
- Akzeptanzkriterien: Messbare Bedingungen zur Überprüfung der Erfüllung.
- Definition of Ready / Definition of Done: Qualitätsschwellen für Start und Abschluss einer Anforderung.
- Priorisierungsmethoden: Zum Beispiel MoSCoW, Kano-Modell oder Business Value.
- Rückverfolgbarkeit (Traceability): Anforderungen eindeutig mit Design, Code und Tests verknüpfen.
3. Qualitätssicherung & Werkzeuge
- Validierung und Verifikation: Anforderungen gemeinsam prüfen („Bauen wir das Richtige?“ / „Bauen wir es richtig?“).
- Tool-Unterstützung: Einsatz geeigneter RE-Werkzeuge (z. B. Azure DevOps, Jira, Polarion, DOORS).
- Modellbasierte Dokumentation: UML, BPMN oder SysML zur Visualisierung komplexer Zusammenhänge.
- Iteratives Vorgehen: Regelmässige Reviews und Anpassungen an neue Erkenntnisse.
- Schulung & Sensibilisierung: RE-Kompetenz bei allen Beteiligten fördern.
Fazit
Ob KI-System, Cloud-Anwendung oder Embedded Software, ohne saubere Anforderungen bleibt selbst der modernste Code nur ein Glückstreffer.
Requirements Engineering ist also nicht altmodisch, sondern die Grundlage jeder zukunftsfähigen Entwicklung. Oder wie man in der IT sagen würde:
Garbage in – garbage out.